Unsere Lieferanten stellen sich vor

Familie Egger/Keilerbauer

Bereits vor einiger Zeit hat uns Thomas seinen Betrieb vorgestellt. Mitten in Schwaz in illusterer Umgebung von Polizei, Finanzamt, Neuer Mittelschule, Bürogebäuden und Wohnhäusern geht die Familie ihrer Bauernschaft im Vollerwerb nach. Neben 10 Milchkühen, 6 Milchziegen, 3 Muttersauen beherbergt der Hof nahezu downtown 2000 Hühner...

Wir alle wissen, dass die Damen der legenden Zunft ihrem Gewerbe lautstark nachgehen ... und bei Büros als Nachbarn, wie soll den das funktionieren?.

Das Geheimnis heißt Bodenhaltung. Und das macht natürlich neugierig, wie soll denn so eine doch eher unter Ökofundikreisen verpöhnte Haltungsform wie Bodenhaltung zu einer Foodcoop passen. Sie passt. In einem sehr engagierten Vortrag hat uns Thomas aufgezeigt, dass die Freilandhaltung nicht uneingeschränkt unkritisch zu sehen ist. Tiere, die draußen gehalten werden, sind einem erhöhten Keimdruck ausgesetzt, weisen mehr Ungezieferbefall auf und im Winter kämpfen sie mit Erfrierungen.Bodenhaltung ist nicht gleich Bodenhaltung. Beim Keilerbauern geht es den Damen auch indoor sehr gut. Sie haben Rastflächen, Nester, Scharrräume ... die Haltungsform heißt auch Volierenhaltung.Dazu wurde die Tenne (siehe oben) umgebaut.

Und Thomas ist auch ehrlich mit seinen Zahlen: pro Quadratmeter halten sie 8 Hühner. Damit sind sie deutlich unter der Zahl von 18 Hühnern, die bei Volierenhaltung erlaubt wären. Jedes Huhn nennt auch 7cm Trog und 14 cm Sitzstange ihr eigen. In ihrem somit für Hühner geräumigen Loft - vielleicht auch angestachtelt durch die Produktivität im Finanzamt vis-a-vis - schaffen die Keilerschen Damen 1700 Eier am Tag.

Die Eier werden von der Familie Egger direktvermarktet und gehen zu 80 % direkt an Privatkunden.

Seit 4 Jahren setzen die Eggers auch auf Kartoffeln, die sie auf 1,1 ha anbauen und ebenfalls direkt an den Endkunden verkaufen.

Was mir aus dem Vortrag in Erinnerung geblieben ist, ist ... Respekt. Bauer sein hat mit Landlebenromantik nicht viel zu tun. Wer von der Landwirtschaft leben will, muss sich auch mit nakten Zahlen und industriellen Realitäten befassen. Huhn pro Quadratmeter, Futtermittel ohne Gen, wenige Lieferanten für Elterntierherden .... alles recht knallharte Fragen. Wer in dem harten Geschäft es dann noch schafft seine Nische gut zu bedienen und seinen Tieren so viel Zuneigung und Begeisterung entgegenzubringen, wie uns das der Thomas geschildert hat, der verdient Respekt.

Danke nochmal für den Vortrag - da habe ich viel gelernt! Viel gelernt, dass es gar nicht viel bringt, bei der Landwirtschaft sehr dogmatisch vorzugehen.